Was sollte nach der Operation beachtet werden?

Die Zeit nach der Operation ist mindestens genauso wichtig wie die Zeit vor und während der Operation. Um eventuelle gesundheitliche Komplikationen zu vermeiden und entstehende Komplikationen rechtzeitig festzustellen und somit behandeln lassen zu können, müssen die Patienten in dieser Zeit sehr bewusst handeln. In dieser Phase sollten die Patienten sich unbedingt an die ärztlichen Ratschläge halten und mit ihm in Kontakt bleiben, dies ist äußert wichtig.

Manche Patienten sind etwas nachlässig in der Befolgung der ärztlichen Ratschläge oder können aus verschiedenen Gründen ihre gesundheitlichen Grenzen stark beanspruchen und dementsprechend können dann Komplikationen auftreten, was wir in der Praxis leider häufig beobachten. Auch wenn der Patient/Patientin sich nach der Operation topfit fühlen und keine Schmerzen haben, sollten sie sich trotzdem an die ärztlichen Ratschläge halten.

WICHTIG:

  • Fieber über 38,5°C
  • Atmungsbeschwerden
  • heftige Schmerzen
  • starke, hellrote, frische Blutung
  • starke Schwellung und Rötung im OP-Bereich
  • starke Schlappheit
  • Bewusstseinsstörungen und starke Müdigkeit
  • oder wenn sie das Gefühl haben, das etwas nicht richtig ist, sollten sie egal zu welcher Tageszeit den Chirurgen hierüber informieren. Wenn sie aus irgendwelchen Gründen den Arzt nicht erreichen können, sollten sie sich an die Klinik oder an die Notaufnahme, des nächstgelegenen Krankenhauses wenden.

Position: Generell sollte die Operationsstelle unter der Herzlinie gehalten werden. Somit wird der Druck auf den Venen in diesem Bereich verringert und es kommt zu weniger Blutungen, Schwellungen und Blutergüssen.

Atemübungen: Wenn bei Schmerzen und in ähnlichen Situationen nicht tief genug eingeatmet wird, können die Atemwege verstopfen (Atelektase) und damit verbunden kann es zu einer Lungeninfektion kommen. Deshalb sollte in jeder Stunde mindestens 3-5 Mal tief eingeatmet werden, so dass die Lungenflügel richtig aufgebläht werden. Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme verringert die Verstopfung der Bronchien.

Bewegungsbeschränkung: Die OP-Bereiche sollten nicht unnötig viel genutzt oder bewegt werden. Zum Beispiel nach Brustoperationen sind die Armbewegungen eine Zeitlang begrenzt. Anstrengungen wie eine starke Druckausübung auf der Toilette, schweres Heben, Hausarbeiten, das Tragen von Kindern, Autofahren und ähnliches sollte für eine Zeit vermieden werden. Aktiver Sport sollte ebenfalls eine Zeitlang nicht getrieben werden. Kurze Spaziergänge können förderlich für die Beindurchblutung sein.

Ernährung: Damit die Medikamente, die während der Operationsphase verabreicht wurden, leicht ausgeschieden werden können, das Risiko der Blutgerinnung in den Beinen verringert wird, das Gewebe ausreichend durchblutet wird, ist es wichtig ausreichend viel Flüssigkeit aufzunehmen. Die Verringerung der Flüssigkeitsaufnahme, damit nicht so oft auf Toilette gegangen werden muss, ist eines der größten Fehler, die begangen werden. In der Genesungsphase sollte auf Alkohol vollständig verzichtet werden, Medikamente, die die Blutung verstärken können, wie z.B. Aspirin sollten nicht eingenommen werden. Nach der Operation sollten keine strengen Diäten zur Gewichtsreduzierung angefangen werden, es sollte auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden.

Medikamenten Einnahme: Die vom Arzt empfohlenen Medikamente, sollten in der empfohlenen Form eingenommen werden, die Dosis sollte nicht eigenständig geändert werden. Wenn eine unvorhergesehene Wirkung bei der Medikamenteneinnahme festgestellt wird, wenden sie sich umgehend an ihren Arzt.

Zigaretten: Weil Rauchen zu Spasmen in den Adern führt und diese verengt, hat es einen wichtigen Einfluss auf die Durchblutung, deshalb hat das Rauchen einen sehr negativen Einfluss auf die Wundheilung nach plastischen Eingriffen.

Psychische Veränderungen: Vorübergehende seelische Belastungen nach einigen Tagen nach einer plastischen Operation, Beunruhigung über das Operationsergebnis sind völlig normal. In dieser Zeit ist das Ergebnis auf Grund von Verbänden, Ödemen und Ähnlichem noch nicht sichtbar. Auf der anderen Seite ist es auch bei sehr guten Operationsergebnissen schwierig, sich an das vollkommen veränderte Aussehen zu gewöhnen und das neue Aussehen zu verinnerlichen nimmt eine gewisse Zeit in Anspruch.