Bilden Sich Auch Entnommenen Muttermalen Krebszellen

Im Volksmund gibt es die falsche Vermutung, dass wenn Muttermale angeschnitten werden, diese zu Krebszellen mutieren. Doch die Wahrheit ist genau das Gegenteil.

Muttermale, die seit der Geburt vorhanden sind oder erst später entstehen, werden aus zwei Gründen chirurgisch entfernt. Der erste Grund ist, dass betroffene Personen, sich ästhetisch durch die Muttermale gestört fühlen und die Entfernung dieser wünschen. Der zweite und noch viel wichtigere Grund ist, dass Muttermale ein Hautkrebs oder dessen Vorboten sein können. Eine dermaskopische Untersuchung der Muttermale, durch einen erfahrenen und diesbezüglich ausgebildeten Arzt gibt Aufschluss über die Beschaffenheit des Muttermals. Wenn auch nur ein kleiner Verdacht besteht, wird eine Biopsie durchgeführt und von Pathologen untersucht. Die Biopsie von kleinen Muttermalen wird generell unter lokaler Anästhesie durchgeführt, das Muttermal wird bei diesem Eingriff komplett entnommen (Exzisionsbiopsie). Das entnommene Gewebe wird in ein Pathologie-Labor eingesendet; dort wird ein Befund gestellt und kontrolliert, ob das verdächtige Gewebe komplett entfernt wurde.

Wenn die Muttermale komplett entfernt wurden, verbleiben keine verdächtigen Krebszellen, deshalb besteht kein weiteres Krebsrisiko. Auf der anderen Seite, wenn bei den entnommen Muttermalzellen Hautkrebs festgestellt wurde, wurde gleichzeitig eine Früherkennung durchgeführt und es verbleibt genügend Zeit um eine entsprechende Behandlung zu beginnen.

“Wenn Muttermale angeschnitten werden, führt dies zur Krebsentstehung“, dieser Aberglaube im Volksmund, entstand wohlmöglich bei der Beobachtung, dass Personen, bei welchen Muttermale entnommen wurden, anschließend trotzdem an Hautkrebs verstarben. Dieses Szenario, mit dem plastische Chirurgen leider häufig konfrontiert werden, dieser Aberglaube führt dazu, wenn betroffene Personen an tödlichen Hautkrebsen leiden, sie zu spät einen Arzt konsultieren oder durch falsche Diagnosen zu viel wichtige Zeit für die Behandlung verlieren. Der Krebs weitet sich über den gesamten Körper aus und selbst wenn danach der Krebs chirurgisch entfernt wird, kann die Krankheit nicht mehr vollständig kontrolliert werden und man verliert nach einiger Zeit den Patienten. Kurzgesagt, selbst wenn dieses Muttermal nicht entfernt werden würde, würde man den Patienten in dieser Situation verlieren.

Zusammenfassend: Wenn Muttermale chirurgisch entfernt werden, bildet sich kein Hautkrebs, ganz im Gegenteil die Früherkennung vermehrt die Chancen auf einen Behandlungserfolg.

Facharzt für ästhetisch-plastische Chirurgie Prof. Dr. Cengiz Acikel, Muttermal, Muttermale, Krebs, Hautkrebs